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Janusz Korczak

Janusz Korczak - Biographie

 

I.

   Rechte der Kinder - die Pädagogik Janusz Korczak

 

II. Biography

  Eine ausführliche Lebensbeschreibung mit Zitaten von Betty Lifton

 

III. Kurzbeschreibung:

 

    Janusz Korczak, als Henryk Goldszmit 1878 in eine bürgerliche, polnisch-jüdische Familie geboren, war Arzt, Schriftsteller, Erzieher und einer der großen Reformpädagogen, der sein ganzes Leben in den Dienst der Kinder stellte.

    Zur Legende wurde Korczak, weil er im August 1942 vom Warschauer Ghetto
    mit 200 "seiner" Kinder aus dem jüdischen Waisenhaus nach Treblinka ging,
    nachdem er zuvor alle Fluchtangebote abgelehnt hatte.

    Wer war Janusz Korczak ?

    Janusz Korczak wurde am 22. Juli 1878 als Henryk Goldszmit in Warschau geboren. In einer assimilierten jüdischen Familie aufwachsend entschied er sich für das Medizinstudium. Durch sein gleichzeitiges literarisches Engagement wurde ers chon früh als Schriftesteller in Polen bekannt. Obwohl ihm ein unaufhaltsamer internationaler akademischer Aufstieg bevorstand, wählte er einen anderen Weg: er wollte den Armen und Waisen in den Elendsvierteltn Warschaus helfen. Schon als kleiner Junge hatte er heimlich das Elternhaus verlassen, um mit den armen Kindern der Hinterhöfe zu spielen. Parallel zu seiner Entscheidung gegen eine bürgerliche private Karriere, für ein Leben mit sozial benachteiligten Kindern verlief sein Namenswechsel: aus Henryk Godszmit wurde Janusz Korczak. Das Pseudonym entnahm er einem beliebten polnischen Roman des 19. Jahrhunderts: der Geschichte von J.I. Kraszewski über "Janasz Korczak und die schöne Schwertfegerin". Der Drucker machte versehentlich aus einem Janasz einen Janusz Korczak - und dabei blieb es.

    Ab 1911 leitete Korczak das nach seinen Plänen errichtete Waisenhaus Dom Sierot. Hier entwickelte er aus der refektierten Praxis heraus seine Vorstellungen von Erziehung als einer Utopie von einer friedfertigen, klassenlosen Gesellschaft. Denn für Korczak war die Welt bisher eingeteilt in zwei Klassen : in Erwachsen und Kinder. Zwischen beiden herrschte ein Kampf - allerdings ein Kampf von Ungleichen, denn die Kinder waren in diesem Kampf hoffnunglos unterlegen.

    Das gemeinsame gesellschaftliche Los der Kinder mit den Erwachenen ist die Kindheit, die Korczak ihnen und den Erwachsenen bewußt machen will.

    Neben der Leitung des Kinderhauses Dom Sierot und eines weiteren, Nasz Dom, ist Korczak unentwegt damit beschäftigt, seine Erfahrungen zu durchdenken, seine Erziehungsentwürfe zu konkretisieren und mit allen Kräften für die Verbesserung des Loses der Kinder der Straßen zu arbeiten. In seinen beiden Kinderbüchern von König Hänschen I. - genauer - Krol Macius - z.B. beschreibt Korczak, wie Kinder als Sachkenner in Angelegenheiten von Kindern ihre Welt ordnen und wie Erwachsene ihnen dabei helfen können.

    In den pädagogischen Hauptbüchern "Wie man ein Kind lieben soll" und "Das Recht des Kindes auf Achtung" unterbreitet er seine durch Erfahrung und liebenden Einsatz gewonnenen Einsichten für eine bessere Erziehung. Dabei handelt es sich nicht um ein geschlossenes Theoriegebäude mit ableitbaren Handlungsanweisungen. Seine Pädagogik ist vielmehr ein Appell an Erwachsene, ihre Haltung dem Kind gegenüber zu überprüfen und sich selbst zu ändern. Im Dom Sierot realisiert er seine Vorstellungen von einer demokratischen Kinderrepublik. Da gibt es ein Parlament, ein Kindergericht, eine Kinderzeitung ("Maly Przeglad /Kleine Rundschau") und viele andere "Institutionen", mit denen und in denen Kinder und Erzieher lernen können, so miteinander zu leben, daß die eine Gruppe nicht die andere unterdrückt oder dominiert. Für das Kindergericht lehrte Korczak den Kindern, daß Vergebung wichtiger sei als Rache und Bestrafung. Mit der Kinderzeitung wurde Meinungsfreiheit und Demokratiebewußtesein gelehrt und geübt. Die Kinderzeitung war wöchentliche Beilage einer Tageszeitung mit einer Auflage von ca. 60.000 (1926).

    Außer Heimleiter, Arzt und Literat war Janusz Korczak Mitarbeiter beim polnischen Rundfunk, Leiter einer Versuchsschule, Herausgeber einer Kinderzeitung und Redner an polnischen Hochschulen.

    Korczak fungierte auch als anerkannter Gutachter beim Kreisjugendgericht. In dieser Funktion war er immer auf der Seite der Kinder. In einem Mordfall eines Jugendlichen, sah er im Täter das Opfer von Erwachsenen, welche das Kind durch mangelhafte Erziehung zum Gewalttäter formten und es in seiner natürlichen Entwicklung hinderten, ihm diese entzogen.

    Nach Kriegsausbruch 1939 zog der seine polnische Offiziersuniform wieder an, die er schon als Militärarzt getragen hatte, und demonstrierte auf diese Weise seine Loyalität mit dem angegriffenen polnischen Volk.

    Als unter der Naziherrschaft auch in Warschau ein Ghetto für Juden errichtet wurde, mußte das jüdische Waisenhaus ebenfalls in ein Haus innerhalb der Ghetto-Mauern ziehen. Dort lebten Korczak und die Kinder unter unsäglichen Bedingungen bis die Nazis am 22. Juli 1942 mit der Massentötung der Bevölkerung des Warschauer Ghettos durch die "Umsiedlung" nach Treblinka begannen.

    Am Mittwoch, dem 5. August 1942, war das bisher verschont gebliebene Waisenhaus Korczaks an der Reihe. Janusz Korczak wurde mit 200 seiner Kinder von der Nazidiktatur ermordet.

    Dr. Korczak selbst hatte wiederholt die Möglichkeit gehabt, sein Leben zu retten. Aber alle diesbezüglichen Vorschläge lehnte er entrüstet ab. Er hätte eine solche Tat als Verrat an den Kindern und an seiner Aufgabe betrachtet.

     

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