Malloth wurde von Münchener Gericht zur lebenslangen Haft wegen Mordes verurteilt!

[ large photo ] Killer of Theresienstadt
Seit 1990 lebt der ehemalige SS-Mann und KZ Wächter Anton Malloth unbehelligt von der deutschen Justiz in einem Pullacher Altersheim. Malloth (86)steht auf der Kriegsverbrecherliste der Vereinten Nationen. wurde bereits 1948 in der damaligen Tschechoslowakei in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Seit 50 Jahren liegt ein Auslieferungsantrag vor. In Österreich existiert ein Haftbefehl.
"Das Verhalten der baverischen Behörden wirkt wie ein Akt der Solidarisierung mit dem NS-Täter und zeigt den mangelnden Respekt gegenüber den Juden, die in Theresienstadt ermordet wurden", so Peter Finkelgruen zur AZ (Abendzeitung -Münchener Tageszeitung).
Der Enkel kämpft seit Jahren dafür. daß der Mörder seines Bamberger Großvaters Martin Finkelgruen und vieler anderer Häftlinge des Gestapo-Gefängnisses "Kleine Festung Theresienstadt" endlich zur Verantwortung gezogen wird. Gestern übergab er dem Bayerischen Innenministerium ein Gutachten, das die Justiz in Zugzwang setzen kann. Denn für den Professor Raimund Wimmer steht fest:
Malloth ist heute kein deutscher Staatsangehöriger mehr. hatte jahrelang einen italienischen Paß.
Nach der bisherigen Auffassung des Innenministeriums hat Malloth
seine deutsche Staatsbürgerschaft aber nie verloren. Konsequenz:
Der NS-Verbrecher wird nicht an Tschechien ausgeliefert.
"Seit 1970 ermittelt die deutsche Staatsanwaltschaft. die Malloth jahrzehntelang erfolgreich nicht finden konnte, ergebnislos". so Finkelgruen: Bleiben die Behörden untätig. könnten sie sich jetzt der "Beihilfe im Amt" schuldig machen.
"Ein miserables Bild für die deutsche Justiz", so die Landtagsabgeordnete Sophie Rieger (Grüne). Sie fordert Malloth wegen Fluchtgefahr in U-Haft zu nehmen. Das Innenministerium weigerte sich gestern mit Finkelgruen zu sprechen - stellt aber Nachforschungen in Italien an.
"Warum schiebt Bayern 86jährige Albaner ab, aber einen 86jährigen NS-Täter nicht?", fragt sich Finkelgruen.
von MICHAEL BACKMUND Münchener Abenzeitung vom 18/19 April 1998